Donnerstag, 19. Mai 2011
Bin umgezogen ...
Samstag, 7. August 2010
Nirwana
Es ist Raum, aber unbefüllt und undurchsichtig.
Ja, Scheiben fehlen, aber es beschlägt.
Da ist Angst vor dem Inferno, aber weit und breit nichts an Schrecklichem, was auf dich zukommen könnte.
Das Wasser ist so fein, dass es den Durst nicht löscht, deshalb mildert es weder Hunger noch Sehnsucht.
Es ist wie ein Gefängnis, doch nichts und niemand ist da, der es bewacht oder dich zu irgendetwas zwingt.
Niemand beraubt dich hier deiner Freiheit, doch es fühlt sich so an.
Es ist isoliert von den Anderen, doch niemand meidet dich.
Da ist der Drache der Vollkommenheit, der in diesem Raum wohnt und den du doch nicht siehst. Er sitzt dir auf der Schulter und du sagst, du bist allein, aber das stimmt nicht.
Wo du bist, da ist die Erkenntnis des Selbst am dichtesten.
DAS ist die Dichte im Nirwana.
Der Dampf ist dein Spirit, der wartet, dass du ihn als dein Eigentum annimmst.
Der Drache ist dein aktuelles Selbst, das dieses Wiederfinden deines Spirits bewerkstelligt.
Wer das Nirwana verlässt, der ist golden und strahlt sein Licht um die Ecke sozusagen, denn das Licht des Selbst beugt sich nicht wie irgendeine Raumzeit, es ist omnipräsent und frei von jeglicher Begrenzung oder Ausrichtung.
Montag, 19. April 2010
Love is in the air
Segelfliegen als Medizin?
Ich melde mich sofort an. Luftveränderung ist immer die richtige Kur für mich.
Ready to go. Fluglehrer an Bord, Daumen hoch. Keine Zeit für Angst. Jeder Moment ist neu, ich bin hellwach. Nur noch Sekunden ...
Die Beschleunigung ist rasant. Er geht steil nach oben. 2-3 G Druck auf dem Körper. Hui! Es knackt in den Ohren. Dann wird es ruhiger, wir beginnen zu gleiten, aber noch ist das Seil wie eine Nabelschnur da und zieht uns. Ein metallisches Klicken, ein Ruck, der Haken öffnet sich, wir sind frei.
"So, jetzt versuch mal das Flugzeug auf einer Geschwindigkeit von 90 km/h zu halten." bekomme ich die Anweisung von hinten.
Ach du meine Güte!
Steuerknüppel heranziehen bedeutet langsamer werden, nach vorn drücken bewirkt Beschleunigung. Ich hefte meine Augen an den Geschwindigkeitsmesser, 110 km/h, also ...äh... langsamer werden ...und zack ziehe ich den Knüppel zwischen meinen Beinen an mich heran und die Schnauze des Flugzeugs kippt nach unten. Kreisch! "Immer sachte." tönt es beruhigend von hinten. Ich drücke den Knüppel nach vorn und zisch geht es ab in die andere Richtung. "Immer nur ganz wenig." höre ich Geralds Stimme. Achterbahn Gefühle im Bauch. Ich krampfe mich am Knüppel fest, Blick starr auf das Tacho. Gerald fliegt die Kurven, es ist kaum Thermik zu finden, wir sinken, fliegen eine Runde um den Flugplatz und sind nach weniger als 10 Minuten bereits im Landeanflug. Es geht schnell nach unten und erstaunlich sanft setzen wir auf und stehen nach kaum 100m.
Es gibt einen Moment des Zweifelns, ob ich noch mehr Achterbahn fahren will. Aber eine Erfahrung reicht mir nicht für das, was auch immer ich hier lernen will. Und ich will. Ich fühle eine starke Motivation, die sich selbst wie ein Katapult anfühlt. Ich werfe mich eigentlich selbst in die Luft.
Mein zweiter Wurf:
Bevor wir uns wieder in den Himmel ziehen lassen, gibt es die nächste Lektion von Gerald. Er zeigt auf die Plexiglaskuppel.
"Diesmal visierst du nur die Horizontlinie an und schaust nicht auf die Instrumente. Such dir einen Fleck oder Kratzer auf der Haube und halte ihn immer konstant zum Horizont."
So kann man also auch die Geschwindigkeit halten. Take off, Seil ausgeklinkt, ich finde einen Kratzer auf Horizonthöhe und siehe da, keine Achterbahn. Ich steuere wie von selbst auf etwa einer Höhe. Easy! Ich entspanne mich. Warum hat er mir das nicht gleich gesagt? Es hat viele Gründe. Die Tradition, der Schups ins Element Luft, eine Art Feuertaufe. Aus meiner Sicht macht es auch anders Sinn: Das Gefühl und die Sinne sind in diesem Fall der Kontrolle des Verstandes überlegen. Das kann man nicht physischer erfahren als so :-))
Ist Segelfliegen möglicherweise ein Weg vom Logos zum Herzen, vom äußeren Messinstrument zur inneren sinnlichen Wahrnehmung? Für einige Menschen wird das so sein, für mich muss noch etwas anderes dahinter stecken. Ich betrachte die Welt aus der Perspektive von Bewusstsein. Über meine interne sinnliche Wahrnehmung bin ich bereits mit dem Bewusstsein des Fliegens verbunden. Ein Teil von mir weiß genau wie es geht. Ich empfinde es bereits als "mein Eigentum". Ich komme nicht, um es mir anzueignen. Ich habe keinen Mangel, ich komme mit Fülle, die ich gern erden möchte.
"Ich bin das Segelfliegen" ist ein Geist in mir, der erfahren will wie Biologie und Technik in mir harmonieren. Ich inkarniere mich in das Fliegen hinein, könnte man auch sagen. Es ist wie laufen lernen. Die Fähigkeit ist in meiner DNA angelegt. Das kollektive Bewusstein des Fliegens ist Teil der menschlichen DNA auf ihrer Quantenebene. Segelfliegen ist ein morphogenetisches Feld.
Das Ganze ist eine wirklich große Erfahrung. Den Rest des Tages schaue ich mir alle Details am Boden an. Abends wird gemeinschaftlich gegrillt.
Heute ist einzigartig! What a difference a day makes!
http://www.youtube.com/watch?v=OmBxVfQTuvI
Ich fliege weiter :-))
To be continued ...